Denkmal Marcantonio Bragadins

Marcantonio Bragadin ist der Held schlechthin der tausendjährigen Militärgeschichte Venedigs. Er verteidigte Famagosta, die letzte Festung auf Zypern. Nach elfmonatiger Belagerung und dem Ausbleiben der erhofften Hilfe, ergab er sich unter Zusage der Kriegsehren. Der Feind aber brach sein Wort. Bragadin wurde gefangen gesetzt und gefoltert. Am 17. August 1571 wurde ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Er starb als seine Peiniger an der Hüfte angelangt waren. Die Haut, gegerbt und präpariert, wurde als makabre Trophäe nach Konstantinopel gebracht. Dort entwendete sie 1580 der Veronese Girolamo Polidoro. In Venedig wurde die Haut feierlich in Empfang genommen und in der Kirche S. Gregorio, in der Nähe von S. Maria della Salute, beigesetzt. Am 18. Mai 1596 wurde sie nach Ss. Giovanni e Paolo überführt und seitdem in einer Bleikassette hinter der Urne aufbewahrt.
Am 24. November 1961, im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung des Denkmals, wurden tatsächlich Überreste menschlicher, gegerbter Haut aufgefunden, die die historischen Vorkommnisse bestätigten. Am 24. März 1962 wurde die Haut erneut, im Beisein der städtischen Autoritäten, beigesetzt.

Die klassische Elemente wachrufende Architektur des Monuments wird Vincenzo Scamozzi zugeschrieben. Das Fresko mit dem Martyrium Bragadins Giuseppe Alabardi oder dem Kapuziner Cosimo Piazza. Die Büste des Helden stammt von einem Schüler Alessandro Vittorias.

Denkmal Marcantonio Bragadins ultima modifica: 2016-05-08T11:42:24+00:00 da toni fontana