Das Gebäude

Die Fassade im gotisch-konventualen Stil wird von zwei Lisenen in drei Schiffe geteilt. In der Mitte befindet sich eine große Fensterrose, an den Seiten zwei kleinere. In den drei Nischen finden wir (von links): den hl. Thomas von Aquin, den hl. Dominikus und den hl. Petrus Martyr. In den dazugehörigen Fialen den Adler (Symbol des Evangelisten Johannes), Gottvater und den Markuslöwen. Unter den gotischen Bögen, seitlich des Portals, befinden sich die Gräber (von links) Marino Morosinis, des Dogen Jacopo Tiepolos und seines Sohnes Lorenzo, Marco Michielis und der Brüder Daniele und Pietro Buono. Das Portal wurde aus sechs auf Torcello gekauften Säulen gebaut und 1459 nach Ss. Giovanni e Paolo gebracht. Die Künstler des Werkes sind Bartolomeo Bon (Kapitelle), der florentiner Meister Domenico (Fries) und ein gewisser Meister Luce (Torrahmen und Laubgirlande).


An den Seiten des Portals befinden sich zwei byzantinische Skulpturen des 13. Jahrhunderts: Maria mit dem Verkündigungsengel. Auf dem letzten Pilaster rechts: Daniel in der Löwengrube, ein Relief mit griechischer Inschrift, vielleicht aus dem 6. Jahrhundert.
Bei dem rechteckigen Anbau handelte es sich um die Scuola del Nome di Gesù (Namen Jesu). Die beiden Portale gehörten zu den Räumlichkeiten der Bruderschaft des hl. Petrus Martyr, die sich an der Stelle der heutigen, gotischen Kapelle des sel. Giacomo Salomoni befand. Um die Apsis dieser Kapelle herum hat sich der originale Terracotta-Boden des Platzes erhalten.
Die Fortsetzung des Rundgangs führt uns zum Seitenportal der Basilika. Im Tympanon befindet sich eine Büste Giovanni Donàs, ein Werk Alessandro Vittorias, deren Original im Dogenpalast aufbewahrt wird. An der Seite der Basilika sieht man die Gräber Francesco Zens, Giovanni Barisanos und Marino Contarinis. Hinter der Dominikus-kapelle kann man das große gotische Fenster bewundern. Darunter befindet sich ein grobes Portal, das im Januar 1964 hier eingesetzt wurde. Es erinnert daran, dass sich auf dem Platz ursprünglich der Friedhof der Trentiner (Val di Ledro) befand. Besondere Bedeutung für die Geschichte der venezianischen Malerei hat der folgende Nebenbau. Es handelt sich um die Scuola di S. Orsola, die im 13. Jahrhunder errichtet wurde und für die Vittor Carpaccio Ende des 15. Jahrhunderts den berühmten Bilderzyklus schuf, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts entfernt wurde und heute in der Galleria dell’Accademia bewundert werden kann. Seit 1810 wird das Gebäude von den Dominikanern bewohnt.

Herrlich und majestätisch, als schönstes Beispiel der Architektur des 13. Jahrhunderts in Venedig, erhebt sich die beeindruckende Apsis der Basilika. Die umlaufende Galerie erinnert an die romanische Architektur. Im kleinen Garten stehen einige gotische Sarkophage, die teilweise vom Friedhof der Scuola di S. Orsola stammen.

Das Gebäude ultima modifica: 2016-05-08T11:39:11+00:00 da toni fontana