Altarraum

Die majestätische Architektur und das abwechslungsreiche Spiel des Lichtes machen die besondere Wirkung des Altarraums und der Apsis aus. Die durchfensterte Apsis wird durch die aufstrebenden Wandpfeiler gegliedert. Sie enden in einem Schlussstein mit dem Wappen der Scuola Grande di S. Marco, die sich im Presbyterium zu ihren Andachten versammelte.

 

Rechte Seitenwand

Grabmal des Dogen Michele Morosini (+ 1382). Der Doge ruht auf dem Sarkophag. Zwei Engel mit Weihrauchfass und Weihwasserkessel sind ihm als Grabhüter zur Seite gestellt. Das Werk stammt von einem venezianischen Meister aus der Schule der Dalle Masegne. Oberhalb des Sarkophags, von einem Bogen umfangen, ein Mosaik toskanischer Schule (?) von Anfang des 15. Jahrhunderts. Dargestellt sind der Gekreuzigte, links flankiert von der Jungfrau Maria und dem Erzengel Michael (die den Dogen präsentieren), rechts von Johannes dem Evangelisten und Johannes dem Täufer (die die Dogaressa präsentieren). Im Spitzbogen befinden sich die Wappen des Dogen und zwei Mosaikmedaillons, die den hl. Markus und König David darstellen. In der Mitte, aus Stein gearbeitet, Gottvater. Der Bogen wird von der Figur des Erzengels Michael und weiteren Heiligenbüsten bekrönt. Die lebendige Wirkung erhält das Grabmal durch die offenen Fialtürmchen mit Heiligenfiguren. In den obersten Geschossen der Fialen befindet sich eine Verkündigungsszene.

Grabmal des Dogen Leonardo Loredan (+ 1521), um 1572 errichtet. Die Architektur stammt von Giovanni Girolamo Grapiglia, die Statue des Dogen von Girolamo Campagna. Die Allegorien Venedigs (links), der Liga von Cambrai (rechts), der Fülle und des Friedens (in den Interkolumnien) sowie die Flachreliefs sind Werke Danese Cattaneos, eines Schülers Sansovinos. Im Grab zu Füßen des Monuments ruhen auch die sterblichen Überreste des Dogen Francesco Loredan (+ 1762).

Der Hauptaltar wurde im barocken Stil errichtet, 1619 begonnen und vielleicht ein Werk des Tridentiners Mattia Carneros. Geschmückt ist er mit der Statue der Rosenkranzmadonna, dem hl. Dominikus, der hl. Katharina von Siena (beide von Clemente Moli), und der hl. Johannes und Paulus (von Francesco Cavrioli). Vor der ersten Stufe des Altares wurden zehn Bischöfe beigesetzt, die aus dem hiesigen Dominikanerkonvent hervorgegangen sind. Links das Grab von fr. Antonio Corner, der die Kirche 1430 geweiht hat.

 

Linke Seitenwand

Grabmal des Dogen Andrea Vendramin (+ 1478), ein Meisterwerk Tullio Lombardos, vielleicht nach einem Entwurf Alessandro Leopardis ausgeführt. Unter einem herrlichen Bogen befindet sich die Statue des Dogen. Auf einer von zwei Adlern und einem geflügelten Rad getragenen Bahre ruht der Doge. Drei wunderschön gearbeitete Leuchterträger begleiten ihn. Getragen wird die Bahre von Darstellungen der drei theologischen Tugenden und den vier Kardinaltugenden. In der Attika des Bogens befindet sich ein Flachrelief mit dem hl. Andreas, der der Gottesmutter den vor ihr knienden Dogen zuführt und dem hl. Theodor, der ihr den ebenfalls knienden Sohn des Dogen präsentiert. In den Zwickeln des Bogens befinden sich Medaillons im klassischen Stil und, über dem Rahmen, ein Medaillon mit einem Knaben, das von zwei Meerjungfrauen gehalten wird. An den Seiten, von oben nach unten: die Verkündigung, zwei Medaillons mit mythologischen Motiven (links: Deïaneira und Nessos), rechts: Perseus und Medusa), zwei wunderbare Krieger in römischen Rüstungen und Medaillons mit den Portraits römischer Kaiser. Sockel und Säulen, verziert mit Wappen, Früchten, Engeln und Seepferdchen sind des Gesamtwerkes würdig und verdienen besondere Beachtung. Das Werk wurde 1817 hierher gebracht, nachdem die Kirche s. Maria dei Servi für den Kult geschlossen wurde. Das Grabmal ist leider nicht vollständig. Die Figuren des Adam (heute im Metropolitan Museum in New York) und der Eva (eine Kopie befindet sich im Garten des Palazzo Vendramin) wurden durch eine hl. Maria Magdalena und eine hl. Katharina ersetzt. Zwei schildtragende Pagen, die ebenfalls zum Grabmal gehörten, befinden sich heute im Bode-Museum in Berlin.

Grabmal des Dogen Marco Corner (+ 1368). Das Grabmal wurde an diese Stelle versetzt um Platz für das Vendramin-Monument zu schaffen. In der Mitte eine Madonna mit den hl. Petrus und Paulus, von Nino Pisano (signiert). Der hl. Petrus wurde vom Meister selbst gearbeitet, der hl. Paulus, der Doge und die Engel sind Werke seiner Schüler.

Altarraum ultima modifica: 2017-10-26T17:22:35+00:00 da Angelo Preda